Kinderhandel in Togo

Togos Kinderhandel ist ein Beispiel für ein überregionales Phänomen, an dem mindestens dreizehn westafrikanische Länder beteiligt sind. Nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) sind vier Routen für den systematischen Kinderhandel inner- und außerhalb  Togos entscheidend:

1. den Handel mit togoischen Mädchen in Haus- und Marktarbeit in Gabun, Benin, Nigeria und Niger

2. den Handel mit Mädchen aus Togo in andere Teile des Landes, insbesondere in die Hauptstadt Lomé

3. den Handel mit Mädchen aus Benin, Nigeria und Ghana nach Lomé

4. den Handel mit Jungen in die Ausbeutung von Arbeitskräften, in der Regel in der Landwirtschaft, in Nigeria, Benin und Côte d ‚ Ivoire.

Den Kindern oder deren Eltern wird versprochen, dass sie in einem anderen Land eine schulische- oder berufliche Ausbildung erhalten, die sie dann nutzen könnten, um Geld für sich selbst oder ihre Familien zu verdienen. Viele Kinder werden auch nach dem Tod von mindestens einem Elternteil verschleppt.  Eine wachsende Ursache für die Zahl der Weisen- und Halbweisen ist die Immunschwäche AIDS, die in Togo ein Katalysator für den Kinderhandel darstellt.

Trotz internationaler Verpflichtungen hat Togo bei der Reduzierung der Zahl und Schwere seiner Fälle von Kinderhandel nicht genügend Fortschritte erzielt. Togos Bemühungen, eine härtere Reaktion auf den Kinderhandel im Inland zu entwickeln, sind auf dem falschen Weg. Zwar können immer wieder einzelne Kinder in Obhut genommen und zurückgeführt werden. Trotzdem fehlt es an staatlichen Hilfen und systematischer Präventionsarbeit im Gesundheits- und Bildungswesen.

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